Moments de harpe

Moments de harpe

Verpackung / Artwork

Jewelcase; 32-seitiges Booklet (Texte in deutsch, englisch, französisch)

Veröffentlichung: 05/2010
Bestell-Nr. KAL 6312-2

VK: 17,90€

 


Emilie Jaulmes

Künstlerinfos zu...
Emilie Jaulmes

 

 

 

 

Moments de harpe

Emilie Jaulmes - Harfe

"Was klingt noch schöner als eine Französin, die perfekt Harfe spielt?", titelt die Tageszeitung in Ostwestfalen-Lippe nach einem Solorecital von Emilie Jaulmes. "Elegant setzt sie die Läufe und Figuren und verleiht den Phrasen eine französisch wirkende Galanterie", meint ein Kritiker der Stuttgarter Zeitung nach ihrem Solokonzert mit den Stuttgarter Philharmonikern.

Nachdem bereits Aufnahmen mit ihren Arrangements für verschiedene Instrumente erschienen sind, veröffentlicht Emilie Jaulmes nun ihre erste Soloeinspielung. Die Debut-CD der Harfenistin überzeugt durch klangliche Raffinesse, ausgereifte Spieltechnik und eine gelungene Programmauswahl.

Mit "Out to Infinity" (for harp solo, 2008) des jungen israelischen Komponisten Yitzhak Yedid schließt die CD mit einer Weltersteinspielung! Ein Hörgenuss nicht nur für Harfen-Fans!

 

Inhalt / Hörbeispiele

Asturias (Leyenda) op. 232
aus der Suite española No.1 op. 47
Isaac Albéniz (1860-1909)
Pièce Symphonique en trois episodes
Lamentoso
Marche funèbre
Appassionata
Henriette Renié (1875-1956)
Sonate I, op.16bis
Comme Pathétique
Johann Baptist Krumpholtz (1743-1790)
Sonate in E-Dur, K.380
Sonate in E-Dur, K.531
Domenico Scarlatti (1685-1790)
Partita in c-Moll BWV 997
Präludium
Sarabande
Guige
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Sonate für Harfe 
Mäßig schnell
Lebhaft
Sehr langsam
Paul Hindemith (1895-1963)
Variations sur un thème dans le style ancien
Variationen über ein Thema im alten Stil, op. 30
Carlos Salzedo (1885-1961)
Out to Infinity
Weltersteinspielung!

Yitzhak Yedid (*1971)

 

aus dem Booklettext

In der Literatur fragt man sich, was Martin Luther wohl dazu bewogen haben könnte, dem Hirtenknaben David im Alten Testament, der vor Saul musizierte, eine Harfe in die Hand zu geben: Die Überlieferung des musizierenden Königs geht in die Frühzeit unserer Geschichte zurück. Sein obligates Attribut, die Harfe, war zudem, wie man weiß, in Nordeuropa ab dem Mittelalter ein Instrument der Edlen und der Könige, das beim Festgelage von Hand zu Hand ging. Neben Pferd und Mantel gehörte es zu den drei unentbehrlichen Requisiten eines großen Herrn. Für die übrige Bevölkerung lautete ein Sprichwort: Er taugt zum Harfespielen wie der Esel zum Bibellesen. Noch zu Beginn der Renaissance und etwas später bei Heinrich VIII., der für seine Frauen liebend gern in die Saiten langte, war die lediglich diatonisch spielende Harfe als Begleitinstrument sehr beliebt und so verbreitet wie die Tasteninstrumente, sie verlor jedoch schnell an Bedeutung. Bis hin zu den vielen Harfenisten und (zumeist) Harfenistinnen heutzutage hat die Harfe hinsichtlich ihrer technischen Möglichkeiten und den für sie geschriebenen Werken bis zu ihrer vollen Emanzipation im 20. Jahrhundert (als eines der größten und schwersten Orchesterinstrumente) enorme Entwicklungssprünge vollzogen.

Spätestens seit der Erfindung der Doppelpedalmechanik durch Sébastien Erard (1810) ist die Aufforderung an den Konzerthörer: „Betrachten Sie doch einmal die Beine der Harfenistin“ nicht mehr nur  eine ästhetische Frage. Neben dem Zupfen der Saiten fällt dem Betrachter auf, dass die Pedalarbeit bei den heute gebräuchlichen Konzertharfen ein wesentlicher Bestandteil des Harfenspiels geworden ist. Drei verschiedene Pedalstellungen bei jedem der sieben Pedale erlauben dem Musiker, die Töne durch das Verkürzen der schwingenden Saite um bis zu zwei Halbtonschritte zu verändern. Durch diese Mechanik sind seitdem auch Modulationen und chromatische Intervalle (wie sie auch bei allen anderen Orchesterinstrumenten außer den Schlaginstrumenten möglich sind) in einer praktikablen (!) Weise ausführbar. Ein gewaltiger Evolutionsschritt, der die Harfe wieder in das Blickfeld der Komponisten rückte, die sie mehrere Jahrhunderte lang etwas nachlässig behandelt hatten! Diese Aufnahme möchte verschiedene Beispiele dieser Entwicklung aus vier Jahrhunderten aufzeigen. [...]
(Matthias Nassauer)