Die letzten Dinge

Die letzten Dinge

Verpackung / Artwork

DigiPak (4-seitig)
36-seitiges Booklet
7 farbige Abbildungen von Gemälden des Malers Uwe Appold

Editione K

Veröffentlichung: 11/2010
Bestell-Nr. KAL 6313-2

CD bestellen | 17,90€

 


Künstlerinfos

Carsten Zündorf
Carsten Zündorf

 


Pressestimmen

"Alle Positionen des Solistenquartettes, alle Chorstimmen, gestützt, ergänzt, kontrastiert und kommentiert von einer dynamisch-dramatischen Orchesterleistung, nicht zuletzt die transparent aufgelichtete Aufnahmeregie, haben sich zu einer überzeugenden Spohr-Laudatio zusammengefunden."

"Hier hört man einen jugendlich anmutenden Chor agieren, der präzise in den Einsätzen, deutlich in der Aussprache und vor allem agil in der Gestaltung von der ersten bis zur letzten Minute begeistert."

"Zündorf haucht dem Oratorium Leben ein – nein, er weckt faszinierend das Leben in der Komposition [...] Klare Kaufempfehlung also für die Marienkantorei Osnabrück unter Carsten Zündorf."

 

Die letzten Dinge

Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift
von Louis Spohr (1784–1859)

Tanya Aspelmeier – Sopran
Wiebke Lehmkuhl – Alt
Max Ciolek – Tenor
Armin Kolarczyk – Bass

Marienkantorei Osnabrück
Capella Classica (auf historischen Instrumenten)

Carsten Zündorf – Leitung

"Ich habe ein Oratorium nicht gedichtet, sondern bloß aus den erhabensten Stellen der Heiligen Schrift zusammengestellt" – mit diesen Worten bittet der Herzoglich Weimarische Hofrat Friedrich Rochlitz im Jahre 1825 seinen Freund Louis Spohr um die Vertonung.
Und Louis Spohr ließ sich nicht lange bitten; heraus kam eines der schönsten klassisch-romantischen Oratorien des 19. Jahrhunderts, was lange Zeit das meistgespielte Oratorium Europas (!) war!

Erleben Sie mit dieser Einspielung eine bemerkenswerte Live-Aufnahme eines Konzertes aus dem Spohr-Jahr 2009, das unter der Leitung von KMD Carsten Zündorf in der Marienkirche Osnabrück aufgeführt wurde. Engagiert wurden für dieses Konzertereignis das Orchester Capella Classica (zusammengestellt aus Spezialisten für historische Aufführungspraxis) sowie ein wunderbar harmonierendes Solistenensemble international bekannter Gesangsolisten. Die Marienkantorei Osnabrück besticht durch ihre präzise und klanglich perfekt abgestimmten Chorpartien, die mit "inniger Empfindsamkeit" einerseits und "aufwühlender Dramatik" andererseits dieses Werk so einzigartig machen.

 

Inhalt / Hörbeispiele

Erster Teil
1 | Ouvertüre (Andante grave – Allegro) 7‘54
2 | Soli (SB) e Coro „Preis und Ehre ihm, der da ist“ 7‘12
3 | Recitativo (TB) „Steige herauf, ich will dir zeigen, was geschehen soll!“ 1‘38
4 | Solo (T) e Coro „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr“ 1‘47
5 | Recitativo (ST) „Und siehe, ein Lamm, das war verwundet“ 1‘59
6 | Solo (S) e Coro „Das Lamm, das erwürget ist“ 1‘34
7 | Recitativo (T) „Und alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden“ 3‘43
8 | Recitativo (AT) „Und siehe, eine große Schar“ 3‘12
9 | Soli (SATB) e Coro „Heil! Dem Erbarmer Heil!“ 4‘05
Zweiter Teil
10 | Sinfonia 8‘13
11 | Recitativo (B) „So spricht der Herr“ 5‘20
12 | Duetto (ST) „Sei mir nicht schrecklich in der Not“ 5‘04
13 | Coro „So ihr mich von ganzem Herzen suchet“ 2‘00
14 | Recitativo (T) „Die Stunde des Gerichts, sie ist gekommen“ 0‘58
15 | Coro „Gefallen ist Babylon, die Große!“ 5‘53
16 | Soli (SATB) e Coro „Selig sind die Toten“ 3‘10
17 | Recitativo (SA) „Sieh einen neuen Himmel und eine neue Erde“ 2‘00
18 | Recitativo (T) e Quartetto „Und siehe: Ich komme bald“ 1‘01
19 | Soli (SATB) e Coro „Groß und wunderbarlich sind deine Werke“ 7‘04

 

aus dem Booklet

[...] Spohrs kirchenmusikalisches Schaffen nimmt sich, verglichen mit seinen kammermusikalischen Werken und seinen Opern, zahlenmäßig bescheidener aus. Er komponierte verschiedene Psalmvertonungen für gemischten Chor a cappella (op. 85, op. 97a und op. 122) sowie eine Messe für zwei fünfstimmige Chöre op. 54. Zwar nicht für den kirchlichen Kontext komponiert, aber aufgrund des geistlichen Inhalts doch zu den kirchenmusikalischen Werken zählend sind Spohrs vier Oratorien: „Das jüngste Gericht“ (1812), „Die letzten Dinge“ (1825/1826), „Des Heilands letzte Stunden“ (1835) und „Der Fall Babylons“(1842).

Die Entstehung von Louis Spohrs zweitem Oratorium „Die letzten Dinge“ geht auf eine Initiative seines Freundes und Herzoglich Sächsischen Weimarischen Hofrates Friedrich Rochlitz (1769–1842) zurück. 1825 legt Friedrich Rochlitz Spohr eine Dichtung vor und bittet um deren Vertonung:
„Ich habe ein Oratorium nicht – gedichtet, sondern bloß aus den erhabensten und (auch für die Musik) passendsten Stellen der heiligen Schrift zusammengestellt.“
Da Spohr ohnehin die Komposition eines weiteren Oratoriums plante, stieß Friedrich Rochlitz bei ihm auf offene Ohren, zumal Spohr sein Vorhaben allein deswegen nicht in Angriff genommen hatte, weil eine geeignete Textvorlage fehlte: „Der, mir in ihrem geehrten Schreiben gütigst gemachte Antrag, ein von Ihnen gedichtetes Oratorium in Musik zu setzen, hat mich auf das angenehmste überrascht und erfreut. Denn längst hatte ich, angeregt durch tiefes Eingehn in den Geist Händel’scher und alt-italiänischer Musik (die ich in unserem, von mir vor 3 Jahren gestifteten Gesangs=Verein fast ausschließlich singen lasse), den Vorsatz gefasst, ein Oratorium in einem einfach ernsten Styl zu schreiben und nur der Mangel eines guten Textes hielt mich bisher davon ab. Da ich nun überdieß seit Vollendung meiner letzten Oper von keiner Arbeit mehr gedrängt bin, die mich hindern könnte, mich in die, zu einem so ernsten Werke, in die nöthige Stimmung zu versetzen, so kömmt mir ihr gütiges Anerbieten äußerst gelegen und ich nehme es mit dem wärmsten Danke an und ersuche Sie um baldgefällige Mittheilung der Dichtung.“ [...]

 

Pressestimmen

Kritik: Auszug aus "Musik & Kirche" (Ausgabe Juli/August 2011), von Christoph Heimbucher

"[...] Wie sich in der Aufnahme unter Carsten Zündorf zeigt, tut es dem Stück durchaus gut, wenn man sich nicht minutiös an die Metronomvorgaben der Partitur hält, sondern dem Oratorium da, wo es in die Beweglichkeit drängt, hierfür auch Raum gibt. [...] Hier liefern Tanya Aspelmeier, Wiebke Lehmkuhl, Max Ciolek und Armin Kolarczyk eine geschliffene Ensembleleistung, die die hervorragende musikalische Darstellung der Marienkantorei Osanbrück spiegelt. Hier hört man einen jugendlich anmutenden Chor agieren, der präzise in den Einsätzen, deutlich in der Aussprache und vor allem agil in der Gestaltung von der ersten bis zur letzten Minute begeistert. [...] Zündorf haucht dem Oratorium Leben ein – nein, er weckt faszinierend das Leben in der Komposition. Zugute kam ihm hierbei sicher, dass er bereits vor Jahren schon einmal eine Aufnahme der 'letzten Dinge' produziert hat. Diese nun ist somit auch ein Zeugnis seiner persönlichen künstlerischen Entwicklung. Klare Kaufempfehlung also für die Marienkantorei Osnabrück unter Carsten Zündorf."

 

Kritik: Auszug aus "Klassik-Heute.com" (Mai 2011), von Gerhard Pätzig

Anläßlich des 150. Todestages von Ludwig Spohr (1884-1859) führte die Marienkantorei Osnabrück dessen einst hochgeschätztes, packendes geistliche Drama über das Ende aller Zeiten auf.
[...] Der künstlerische Wagemut eines Konzertmitschnittes macht die Gegenwart zum Ohrenzeugen eines erfolgversprechenden Werkes von überzeitlicher Wirkungskraft und Bedeutung für das Laienchorwesen. Alle Positionen des Solistenquartettes, alle Chorstimmen, gestützt, ergänzt, kontrastiert und kommentiert von einer dynamisch-dramatischen Orchesterleistung, nicht zuletzt die transparent aufgelichtete Aufnahmeregie, haben sich zu einer überzeugenden Spohr-Laudatio zusammengefunden. Eine wieder zu belebende Bewunderung verdient dabei die kompositorische Dichte und Raffinesse des Komponisten. Ideal versteht er es, den geistigen Höhenflug anspruchsvoller Glaubens- und Verkündigungstexte biblischer Prophetie für eine kirchenmusikalische Reflexion zu aktivieren. Wie er dafür oft vokaltechnisch schlichte, dennoch dramatisch und sprechtechnisch überzeugende Stilmittel einzusetzen versteht, dies sind entscheidende Fingerzeige für einen Aufführungserfolg. [...]

künstlerische Qualität: 9 (von 10 Punkten)
Klangqualität: 9 (von 10 Punkten)
Gesamteindruck: 9 (von 10 Punkten)

Lesen Sie die ganze Kritik auf Klassik-Heute.com!