Katharina Deserno

Suites & Roses

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Auf ihrem Solo-Album „Suites & Roses“ verbindet die Cellistin Katharina Deserno Werke der rumänischen Komponistin Violeta Dinescu mit zwei der berühmten Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach. Aus der Perspektive einer expressiv-poetischen, kommentierenden und zugleich eigenständigen Moderne entsteht so ein komplexes Bild, in dem sich zwei sehr unterschiedliche Klangsprachen begegnen und auf subtile Art ergänzen. Ein reifes Programm von großer Schönheit!

Release: 09/2019, CD-Audio, ProfilePac 4-stg., 32-stg. Booklet (de, en)
Artikelnummer: KAL 6344-2 Kategorie: Schlagwort:

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Beschreibung

Suites & Roses
Werke für Violoncello solo

Katharina Deserno – Cello

Mit dem 2012 vollendeten Zyklus „Sieben Rosen“ (Violeta Dinescu) beginnt Katharina Deserno ihr Programm – ein Werk, das sich auf das gleichnamige Liebesgedicht von Bertolt Brecht bezieht und mit jedem seiner sieben Sätze einen individuellen Charakter (der sieben Rosen) offenbart. In der bildlichen Vorstellung von Katharina Deserno „ranken sich die Rosen um diese kostbaren Suiten wie um einen verwunschenen Schatz“.

Von diesen „kostbaren Suiten“ von Johann Sebastian Bach wählte die Cellistin für ihr Programm die ersten beiden Suiten für Violoncello in G-Dur und d-Moll aus; zwei im Charakter sehr unterschiedliche Suiten, die in dieser Einspielung jedoch nicht aufeinanderfolgen, sondern die sog. „Kleine Suite“ von Violeta Dinescu (komponiert 2018 für Katharina Deserno) gewissermaßen umrahmen. Das in Bachs Cello-Suiten hervorstechende Merkmal von strukturierter Klangsinnlichkeit und dem Moment des Tänzerischen findet in Violeta Dinescus Musik sein Pendant in sachten tänzerischen Elementen, die vor allem an gestische Dimensionen und seelische Regungen appellieren, sich aber in latentem Rückbezug auf rumänische Volksmusik auch der Idee des Tanzes annähern.

Das Programm endet mit Violeta Dinescus „Abendandacht“ – ein Werk, das in seiner Klanglichkeit und Struktur ans Spirituelle gemahnt, an Momente der Stille und des Trostes, in Erwartung des Einbruchs der Nacht. Für die Interpretin Katharina Deserno, die das Werk 2015 uraufgeführt hat, ist die „Abendandacht Ausgangspunkt und Quelle der CD.“

CD-Programm

 VIOLETA DINESCU (*1953): Sieben Rosen (2014/2018)
I. Rubato
II. Malincolico
III. Vivo
IV. Con voce
V. Feroce
VI. Largo
VII. Dal niente
 JOHANN SEBASTIAN BACH (1685–1750): Suite Nr. 1 G-Dur BWV 1007
Prélude
Allemande
Courante
Sarabande
Menuet I & II
Gigue
 VIOLETA DINESCU: Kleine Suite (2018)
I. Libero
II. Molto rubato
III. Vivo
IV. Tranquillo
V. Agitato
 JOHANN SEBASTIAN BACH: Suite Nr. 2 d-Moll BWV 1008
Prélude
Allemande
Courante
Sarabande
Menuet I & II
Gigue
VIOLETA DINESCU: Abendandacht (1985/2018)

Pressestimmen

Überragendes Hörerlebnis
[…] “Katharina Deserno hat in den letzten Jahren immer wieder mit beeindruckenden CD-Produktionen auf sich aufmerksam gemacht. So auch diesmal. Unerschöpflich ihr Reichtum an Cello-Farben, ihr ausgeprägter Sinn für einen kantablen und obertonreichen Klang. Da versteht es sich von selbst, dass auch Bachs Suiten in G-Dur und d-Moll bei ihr in allerbesten Händen sind. Fazit: Ein spannendes neues Repertoire für Cello solo – und ein überragendes Hörerlebnis mit Bogenschlag vom 21. Jahrhundert zurück zu Bach.”
Christoph Schulte im Walde [WN, 22.03.2021]

Dinescus Anknüpfungen an Bachs Cellosuiten
[…] Die Bach-Suiten spielt Deserno ebenfalls eher zurückhaltend, beachtet die Spielweisen historisch informierter Aufführungspraxis und erreicht dabei immer enorme Klangschönheit wie präziseste, sprechende Artikulation.[…] Insgesamt eine gelungene Zusammenstellung, die ihre Wirkung nicht verfehlt und eine beeindruckend bewusst agierende Künstlerin zeigt.”
Martin Blaumeister [The new Listener, 07.12.2020]

Meisterhaft
[…] “Katharina Desernos Interpretationen der Bach’schen Suiten sind meisterhaft. Wie es für Bach ja gilt, verzichtet sie auf jedes vordergründige Ausspielen von Virtuosität. Mit maßvoller Dynamik baut sie weite Spannungsbögen. Konzerte mit allen Zyklen dieser CD dürften ein Erlebnis sein.”
Günter Buhles [Das Orchester, 03/2020]

Auf hohem Niveau
“Eine CD mit Überraschungen und Erkenntnissen auf hohem Niveau.”
Adelheid Krause-Pichler [nmz]

Kreative Interpretin
[…] “Grandios vermittelt die Cellistin Katharina Deserno zwischen Zeiten, Strukturen und Geisteshaltungen. Auf einem Instrument von Carlo Antonio Testore von 1712 bringt sie mit einer hellen und klaren Tongebung die Musik zum Glitzern; selbst, wenn sie in Melancholie oder Beklemmung hineinsteigen muss, bleibt ein Funkeln. […]”
Horst Hollmann [Nordwest-Zeitung, 4.12.2019]

Bach begegnet Dinescu
[…] “Indem Katharina Deserno hier Bach mit Violeta Dinescu bespiegelt, entsteht ein komplexes Bild. Es begegnen sich zwei unterschiedliche Klangsprachen und trotzdem ergänzen sie sich auf subtile Art. Ein reifes Programm von großer Schönheit! Vor allem, weil Katharina Deserno den perfekten Ton trifft, sowohl bei Bach als auch bei Dinescu. […] Faszinierend, wie Katharina Deserno zwischen den Klangsprachen von Violeta Dinescu und Johann Sebastian Bach wechselt – und trotzdem entsteht kein Bruch, alt und neu kommunizieren miteinander.”
Bettina Winkler [SWR2, Treffpunkt Klassik, 25.11.2019]

Echos auf Bach
[…] “Es entsteht ein rätselhaftes Band aus Farben, Gesten und Klängen, das beide, Bach und Dinescu, miteinander verbindet. Katharina Desernos kräftiger, breiter Bogenstrich (sie ist Schülerin u.a. von Maria Kliegel) erlaubt dabei auch feine Nuancen. […] So entstehen Spiegelbilder von faszinierender Eindringlichkeit und bemerkenswerte zeitgenössische Echos auf den Barock-Meister. […]”
Klassik-CD des Monats: Matthias Roth [RNZ Heidelberg, 29.11.19]

Ideale Interpretin
[…] Deserno ist, wie sie in den genannten Dinescu-Stücken und der die CD beschließenden Abendandacht unter Beweis stellt, eine empfindsame Musikerin, die sich auf das Herausarbeiten von Klangfarben trefflich versteht, und somit für eine Musik, die vorrangig davon lebt, eine ideale Interpretin. […]”
Norbert Florian Schuck [Klassik-Heute.de, 21.11.2019]

Gelungene Mischung
[…] “Von den Bach-Suiten wählte Deserno die beiden ersten aus, die sie schön differenziert, vor allem aber mit dunkel timbrierten Farben sehr tänzerisch spielt. Die ‘Kleine Suite’ von Violeta Dinescu (2018) hat auch etwas Tänzerisches, aber die phantasievollen Ausdrucksgesten der Musik sind gleichzeitig auch sehr rhetorisch, sehr ‘sprechend’ und sehr darstellerisch, quasi clownesk, nicht im Sinne von purem Spaß, sondern eher eines Pierrot, wie ihn die Commedia dell’Arte gebar, mit entsprechenden Emotionen: einfühlsam, melancholisch und einsam, spielerisch und wagemutig zugleich. Die packende Interpretation ist wunderbar evokativ. […]”
Remy Franck [Pizzicato, 21.10.2019]

Klage und Lust
“Die beinahe minimalistischen sieben Miniaturen der 2014-18 entstandenen kleinen Suite „Sieben Rosen“ der rumänischen Komponistin Violeta Dinescu eröffnen das spannende Projekt, Dinescu und Johann Sebastian Bach in einem ausgewogenen Programm zuammenzubringen. […] Ein Experiment für das ungeübte Ohr, sicher aber auch für die Cellistin Katharina Deserno. Die kann ihre ganze Virtuosität in der folgenden Suite Für Violoncello Solo Nr. 1 G-Dur Bwv 1007 aufleuchten und zum beglückenden Erlebnis werden lassen. Dynamisch und zugleich mit tiefem Sentiment geht sie die sechs delikaten Sätze wie aus einer anderen Welt an. Wie losgelöst zaubert sie aus ihrem Violoncello von Carlo Antonio Testore aus dem Jahr 1712 eine ungeheure Klangfülle. Prélude, Allemande, Courante, Sarabande, Menuet und Gigue werden unter ihren Händen zu lustvollen Delikatessen. Der Wechsel zu Dinescus ganz neuer Kleiner Suite in fünf Sätzen gelingt […] überzeugend, und Katharina Deserno stellt unter Beweis, was Violeta Dinescu im Begleitheft über sie sagt: „…war ich sofort überzeugt, eine Interpretin gefunden zu haben, die die Möglichkeiten besitzt, meine »musikalischen Gedanken« zu fühlen“ […]. Dinescus „Abendandacht“ aus dem Jahr 1985, 2018 überarbeitet, schließt sich Bach ganz folgerichtig an, brillant zusammengestellt und den Ton von BWV 1008 aufnehmend. Klagend wie Nr. I der „Sieben Rosen“ schließt das Stück die Klammer dieses außergewöhnlichen, bewegenden Albums, für das Katharina Deserno das Prädikat der Musenblätter, den Musenkuß, redlich verdient hat.”
Frank Becker [Musenblätter, 15.10.2019]

Dinescus neue Klangfarben
[…] “Die Cellistin Katharina Deserno ist bekannt für ihr breites Repertoire und ihre ausgefallenen Konzertprogramme. Auf ihrer neuesten CD fördert sie Erstaunliches zutage, nämlich die zunächst divergent erscheinenden Klangwelten eines Johann Sebastian Bach und der zeitgenössischen Komponistin Violeta Dinescu. […] Während der Celloton von Deserno den beiden eingespielten Bach-Suiten Plastizität verleiht, mischt sie bei Dinescus Stücken immer neue Klangfarben auf der Palette zusammen. Dadurc h entsteht eine enorme Ausdrucksspannung, besonders deutlich zu hören in “Sieben Rosen”.[…] Das finale Werk dieser beeindruckenden CD, “Abendandacht”, gemahnt an Momente der Stille und des Innehaltens, der Tanz wird damit zum Transzendenten geführt.”
Udo Barth [Badisches Tagblatt, 7.10.2019]

In vollkommener Harmonie – neue Solo-CD von Katharina Deserno
Wer bei dem Begriff Gesamtkunstwerk gleich an die umfänglichen Musikdramen Richard Wagners denkt, wird überrascht, erstaunt und sehr erfreut sein, in der neuen Solo-CD der Frankfurter Violoncellistin Katharina Deserno ein Gesamtkunstwerk ganz anderer Art entdecken zu dürfen: Weit bescheidener in allen äußeren Dimensionen, dafür auf beglückende Weise vollkommen – akustisch wie optisch. Damit ist nicht etwa eine betont oder gar aufdringlich reklameheischende äußere Aufmachung gemeint, vielmehr eine genau durchgestaltete Anlage von Hülle und fest darin haftendem Booklet, die ein exaktes optisches Pendant zur sehr stimmigen dramaturgischen Abfolge der aufgenommenen Werke bildet. Das verdient in der immer schnelllebigeren Gegenwart besondere Beachtung, da leider immer öfter Neuproduktionen auf dem Markt geworfen werden, deren Erscheinungsbild nicht selten grell, wenn nicht gar billig genannt werden muss, geradeso, als seien Aufnahmen klassischer Meisterwerke nur noch mit Werbung nach Art von Waschmittel-Reklame verkäuflich. Oft genug sind die Werkeinführungen solcher Produktionen wenig kompetent, stark von Fehlern durchsetzt, von sauberer graphischer Gestaltung oder sorgfältiger Korrektur gar nicht zu reden.

Von solchen ebenso ärgerlichen wie vermeidbaren Mängeln ist die vorliegende Produktion nicht allein gänzlich frei – sie präsentiert auf eine bezwingende Weise Harmonie, und dies nicht allein in direkt musikalischem Sinne: Die von Katharina Deserno eingespielten drei Werke der rumänischen Komponistin Violeta Dinescu und die beiden Suiten Johann Sebastian Bachs (G-Dur, BWV 1007, und d-moll, BWV 1008) sind hier abwechselnd angeordnet, sodass ein Ablauf entsteht, welcher dem Aufbau eines Pentaptychon, eines fünfteiligen Doppelflügelaltars, zu erkennen gibt. Die Abfolge ist dabei sehr genau abgewogen: Den von der Komponistin für Violoncello eingerichteten Sieben Rosen Dinescus, kleinen Charakter-Miniaturen von jeweils weniger als zwei Minuten Spieldauer, folgt die erste der Bach’schen Suiten, um ins Zentrum der Gesamtanlage Dinescus fünftägige Kleine Suite zu rücken, welche auf Anregung der Virtuosin 2018 entstand. Bachs zweite Suite rahmt Violeta Dinescus schöpferische Reflexion der Tradition, und ihre Abendandacht aus dem Jahre 1985, mit knapp fünf Minuten das längste zusammenhängende Stück dieser Produktion, bildet dem Schluss – zugleich eine Art Finale, denn damit zielt der gesamte Verlauf auf jenes Werk, das Katharina Deserno, nach einer Aussage, die Anregung zu dieser CD gab.

Solcher Anlage und Gliederung der Musik entspricht in der Gestaltung des Booklets die Abfolge von kurzen, einstimmenden Vorworten von Komponistin und Interpretin, die sinnvoll zu den zentralen, ausführlichen und ausgesprochen kundigen Werkeinführungen von Egbert Hiller führen, um in kurzen Viten von Deserno und Dinescu ihr rahmendes Pendant zu finden. Photographien und Autographen-Faksimiles bringen die Menschen hinter den geschriebenen Noten ebenso nahe, wie Portraits der Solistin dem faszinierenden Klang die optische Dimension ergänzen.

Natürlich ist es möglich, alle diese im Grunde ja kurzen Sätze einzeln zu hören. Solche technische Möglichkeit sollte freilich Musikliebhaber nie hindern, die gesamten 76 Minuten Spieldauer dieser CD als Gesamtheit in sich aufzunehmen, denn nur so erschließen sich jene Zusammenhänge, welche die einzelnen Sätze zu einem kleinen Abbild kosmischer Dimensionen geraten lassen. Die Wahl Katharina Desernos, Bach mit Dinescu in direkten Bezug zu setzen, erweist sich dabei als ausgesprochen fruchtbares, Erkenntnis förderndes Unterfangen: Beide musikalische Schöpfer haben eine tiefe Beziehung zur Welt jener Mathematik, die auch die Proportionen unseres menschlichen Körpers als Abbild kosmischer Dimensionen offenbart.

Dass Katharina Desernos Spiel auch ohne diese Erkenntnis höchsten Genuss bereitet, braucht, angesichts des längst bekannten Rufes dieser Künstlerin, kaum erwähnt zu werden, doch ein Vertiefen in die darüber hinaus reichenden Dimensionen erschließt weit mehr, als lediglich Bewunderung und Freude an schönem Musizieren.

Hartmut Becker

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